Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen

Gibt es Vorgaben zum Steckerstandard?

Die in § 3 der Ladesäulenverordnung (LSV) vom 09. März 2016 (BGBl. I S. 457) genannten Vorgaben
zu den Steckerstandards für Normallade- und Schnellladepunkte sind zu beachten.

Beim Aufbau von Normalladepunkten, an denen das Wechselstromladen möglich ist, muss aus
Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Steckdosen oder mit Steckdosen und
Fahrzeugkupplungen jeweils des Typ 2 gemäß der Norm DIN EN 62196-2, Ausgabe Dezember 2014,
ausgerüstet werden.

Beim Aufbau von Schnellladepunkten, an denen das Wechselstromladen möglich ist, muss aus
Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Kupplungen des Typ 2 gemäß der
Norm DIN EN 62196-2, Ausgabe Dezember 2014, ausgerüstet werden.

Beim Aufbau von Normal- und Schnellladepunkten, an denen das Gleichstromladen möglich ist, muss
aus Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Kupplungen des Typs Combo 2
gemäß der Norm DIN EN 62196-3, Ausgabe Juli 2012, ausgerüstet werden.

Unter welchen Voraussetzungen ist ein Ladepunkt öffentlich zugänglich?

Ein Ladepunkt ist gem. § 2 Nr. 9 der Ladesäulenverordnung (LSV) öffentlich zugänglich, wenn er sich entweder im öffentlichen Straßenraum oder auf privatem Grund befindet, sofern der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz von einem unbestimmten oder nur nach allgemeinen Merkmalen bestimmbaren Personenkreis tatsächlich befahren werden kann.

Der Zugang zur Ladesäule muss 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche ermöglicht werden, andernfalls wird keine Zuwendung gewährt.

Welche Abrechnungsmethoden müssen an den Ladesäulen ermöglicht werden?

Der Betreiber eines Ladepunkts hat den Nutzern von Elektromobilen das punktuelle Aufladen zu ermöglichen. Dies stellt er sicher, indem er an dem jeweiligen Ladepunkt

• keine Authentifizierung fordert und die Leistungserbringung, die die Stromabgabe beinhaltet, ohne direkte Gegenleistung oder gegen Zahlung mittels Bargeld in unmittelbarer Nähe zum Ladepunkt anbietet oder
• die für den bargeldlosen Zahlungsvorgang erforderliche Authentifizierung und den Zahlungsvorgang mittels eines gängigen kartenbasierten Zahlungssystems in unmittelbarer Nähe zum Ladepunkt oder mittels eines webbasierten Systems ermöglicht. Dabei sind in der Menüführung mindestens die Sprachen Deutsch und Englisch zu berücksichtigen.

Der Betreiber hat sicherzustellen, dass mindestens eine Variante des Zugangs zum webbasierten Zahlungssystem kostenlos ermöglicht wird.

Die geförderte Ladeinfrastruktur muss darüber hinaus auch vertragsbasiertes Laden ermöglichen. Hierbei ist an Ladeinfrastruktur mit einer Ladeleistung ab 3,7 Kilowatt mindestens der Zugang per RFID-Karte (Multi Standard, Mifare und vergleichbare Standards) und Smartphone-Apps zu ermöglichen. Darüber hinaus können zusätzliche Authentifizierungs- und Abrechnungsmöglichkeiten (z.B. ISO/IEC 15118, Power Line Communication) angeboten werden. Außerdem muss eine Roaming-Anbindung erfolgen.

Sofern ein Betreiber die Stromabgabe ohne Gegenleistung gewährt, müssen die Anforderungen für die Authentifizierung und das vertragsbasierte Laden nicht beachtet werden. Es ist jedoch auch hier für alle Kunden sicherzustellen, dass der Ladepunkt aufzufinden und der dynamische Belegungsstatus einzusehen ist.
Wird innerhalb der Mindestbetriebsdauer des Ladepunktes eine direkte Gegenleistung erhoben, müssen die technischen Anforderungen bzgl. vertragsbasiertem Laden, Authentifizierung und Roaming aus der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur und diesem dritten Förderaufruf erfüllt werden.

Welche technischen Voraussetzungen muss die Ladeinfrastruktur erfüllen?

Schnellladepunkte:
Sicherstellung eines Spannungsbereichs von 200 Volt bis 500 Volt bei Ladepunkten ab 100 kW (Nennladeleistung bemisst sich diese an einer Spannung von maximal 500 V). Sicherstellung eines Spannungsbereiches von 200 Volt bis 920 Volt für Ladepunkte mit einer Ladeleistung von mehr als 150 kW (Nennladeleistung bemisst sich sowohl an einer Spannung von 500 Volt bis zu einem maximalen Ladestrom von 500 A sowie an einer Ladespannung von maximal 920 Volt. Die Nennladeleistung muss sowohl für Fahrzeuge mit 400 Volt als auch mit 800 Volt‐Batteriesystem zur Verfügung stehen.)

Mit dem dritten Förderaufruf sind nur Schnellladepunkte mit ≥ 50 kW Ladeleistung förderfähig.

Remotefähigkeit:
Ergänzend zu den Anforderungen aus der Förderrichtlinie kann für Ladeinfrastruktur mit mehreren Ladepunkten (z.B. auf Parkplätzen, in Parkhäusern) die Remotefähigkeit auch über ein übergreifendes System (z.B. in Kombination mit Energie‐ und Lastmanagementsystem) sichergestellt werden.

Netzanschluss:
Der Zuwendungsempfänger muss die geplante Errichtung der Ladeinfrastruktur beim Verteilnetzbetreiber anzeigen und am gewählten Standort dafür Sorge tragen, dass die Netzanschlussbedingungen des Netzbetreibers eingehalten werden.

Der Betrieb der Ladesäulen muss zu den im Förderantrag angegebenen Zeiten gewährleistet sein. Die Verantwortung hierfür liegt beim Ladesäulenbetreiber, der ebenfalls für die sachgemäße Wartung verantwortlich ist. Dabei sind sowohl die Richtlinien der Hersteller als auch die gesetzlichen Vorgaben zu beachten.

Ist eine Kennzeichnung der Ladesäule vorgeschrieben?

Die Stellplätze an geförderter Ladeinfrastruktur im öffentlichen Straßenraum sind durch das Aufbringen eines weißen Sinnbildes (Darstellung eines Elektrofahrzeuges gemäß § 39 Abs. 10 StVO) entsprechend der nachfolgenden Abbildung deutlich als solche zu kennzeichnen

Kennzeichnung Ladesäule

Kennzeichnung Ladesäule Beispielbild einer Stellplatzmarkierung im öffentlichen Straßenraum

Die Stellplätze an geförderter Ladeinfrastruktur im nicht-öffentlichen Straßenraum sind durch das Aufbringen eines weißen Sinnbildes (Darstellung eines Elektrofahrzeuges gemäß § 39 Abs. 10 StVO) auf grünem Grund (RAL 6018) entsprechend der nachfolgenden Abbildung deutlich als solche zu kennzeichnen. Die Bodenmarkierung soll die komplette Fläche des Parkplatzes umfassen.

Kennzeichnung Ladesäule

Kennzeichnung Ladesäule Beispielbild einer Stellplatzmarkierung im nicht-öffentlichen Straßenraum

In begründeten Einzelfällen kann davon abgewichen werden.

Die Einstufung einer Parkfläche als öffentlich oder nicht-öffentlich richtet sich nach den Eigentumsverhältnissen an ihr. Nicht-öffentlich ist damit jede Fläche, die sich im Privateigentum eines Antragstellers befindet, der nicht öffentlich rechtlicher Natur ist, auch dann wenn diese von jedermann genutzt werden kann. Öffentlich sind folglich alle Flächen, die einer juristischen Person des öffentlichen Rechts zuzuordnen sind.

Die verkehrsrechtliche Definition der Rechtsprechung findet damit hier keine Anwendung.

An den Ladestationen selber muss das Logo des Fördermittelgebers gut sichtbar angebracht sein. Der mit diesem Bescheid übersandte Aufkleber ist dafür zu verwenden.

Gibt es Vorgaben zum Steckerstandard?

Die in § 3 der Ladesäulenverordnung (LSV) vom 09. März 2016 (BGBl. I S. 457) genannten Vorgaben
zu den Steckerstandards für Normallade- und Schnellladepunkte sind zu beachten.

Beim Aufbau von Normalladepunkten, an denen das Wechselstromladen möglich ist, muss aus
Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Steckdosen oder mit Steckdosen und
Fahrzeugkupplungen jeweils des Typ 2 gemäß der Norm DIN EN 62196-2, Ausgabe Dezember 2014,
ausgerüstet werden.

Beim Aufbau von Schnellladepunkten, an denen das Wechselstromladen möglich ist, muss aus
Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Kupplungen des Typ 2 gemäß der
Norm DIN EN 62196-2, Ausgabe Dezember 2014, ausgerüstet werden.

Beim Aufbau von Normal- und Schnellladepunkten, an denen das Gleichstromladen möglich ist, muss
aus Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Kupplungen des Typs Combo 2
gemäß der Norm DIN EN 62196-3, Ausgabe Juli 2012, ausgerüstet werden.

Gibt es eine Mindestbetriebsdauer der Ladeinfrastruktur?

Betreiber verpflichten sich zu einer Mindestbetriebsdauer von 6 Jahren. Der Nachweis hierzu erfolgt über die Registrierung der In- und Außerbetriebnahme der Ladeinfrastruktur bei der Bundesnetzagentur.

Wie müssen die Ausgaben belegt werden?

Sämtliche Ausgaben müssen im Verwendungsnachweis mit Rechnungen und Zahlungsnachweisen nachgewiesen werden, andernfalls können sie nicht anerkannt werden. Alle Leistungen/Bestellungen müssen innerhalb des Bewilligungszeitraumes erfolgt sein. Dies gilt auch dann, wenn ein Antragsteller Material aus seinem eigenen Lagerbestand entnimmt.

Gelten für Modernisierungsmaßnamen andere Anforderungen?

Die Auflagen für Modernisierungsprojekte werden etwas erleichtert: Grünstrom sollte zum nächstmöglichen Zeitpunkt genutzt werden (Vertragswechsel wenn nötig), Parkplatzmarkierung ist nicht notwendig. 

Wie erfülle ich meine Berichtspflicht?

Die Berichtspflicht umfasst die Meldung der Inbetriebnahme aller geförderten Ladestationen sowie die Übermittlung von Halbjahresberichten (jeweils zum 01.02. und 01.08.) während der sechsjährigen Mindestbetriebsdauer. Die Meldung der Inbetriebnahme sowie die Übermittlung der Halbjahresberichte erfolgt an die Nationale Organisation für Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH).

Weitere Informationen zur Vorgehensweise bei der Berichterstattung entnehmen Sie bitte der folgenden Webseite:

https://www.now-gmbh.de/de/bundesfoerderung-ladeinfrastruktur/foerderrichtlinie-foerderaufrufe

 

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