Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen

Ist eine Kennzeichnung der Parkplätze an geförderter Ladeinfrastruktur vorgeschrieben?

Die Parkplätze an geförderter Ladeinfrastruktur sind durch das Aufbringen eines weißen Sinnbildes (Darstellung eines Elektrofahrzeuges gemäß § 39 Abs. 10 StVO) mit weißer, durchgezogener Umrandung des Stellplatzes entsprechend der nachfolgenden Abbildung deutlich als solche zu kennzeichnen.

Kennzeichnung Ladesäule Sinnbild und Flächenumrandung in weiß

Kennzeichnung Ladesäule Beispielbild für Stellplatzmarkierung (Umrandung fehlt)

Nur in begründeten Einzelfällen kann auf Antrag davon abgewichen werden.

Bei Stellplätzen an geförderter Ladeinfrastruktur im nicht-öffentlichen Straßenraum wird weiterhin empfohlen, Sinnbild und Umrandung in weiß auf grünem Grund (RAL 6018) darzustellen.

An den Ladestationen selber muss das Logo des Fördermittelgebers gut sichtbar angebracht sein. Der mit diesem Bescheid übersandte Aufkleber ist dafür zu verwenden.

Siehe dazu auch Anhang 3, Abschnitt II. des 4. Förderaufrufs.

Unter welchen Voraussetzungen ist ein Ladepunkt öffentlich zugänglich?

in Ladepunkt ist öffentlich zugänglich, wenn er sich entweder im öffentlichen Straßenraum oder auf privatem Grund befindet, sofern der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz von einem unbestimmten oder nur nach allgemeinen Merkmalen bestimmbaren Personenkreis tatsächlich befahren werden kann gem. § 2 Nr. 9 der Ladesäulenverordnung (LSV).

Der Zugang zur Ladesäule muss 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche ermöglicht werden, andernfalls wird keine Zuwendung gewährt (4. Förderaufruf, Anhang 3, I.).

Welche Abrechnungsmethoden müssen an den Ladesäulen ermöglicht werden?

Der Betreiber eines Ladepunkts hat den Nutzern von Elektromobilen das punktuelle Aufladen zu ermöglichen. Dies stellt er sicher, indem er an dem jeweiligen Ladepunkt

• keine Authentifizierung fordert und die Leistungserbringung, die die Stromabgabe beinhaltet, ohne direkte Gegenleistung oder gegen Zahlung mittels Bargeld in unmittelbarer Nähe zum Ladepunkt anbietet oder
• die für den bargeldlosen Zahlungsvorgang erforderliche Authentifizierung und den Zahlungsvorgang mittels eines gängigen kartenbasierten Zahlungssystems in unmittelbarer Nähe zum Ladepunkt oder mittels eines webbasierten Systems ermöglicht. Dabei sind in der Menüführung mindestens die Sprachen Deutsch und Englisch zu berücksichtigen.

Der Betreiber hat sicherzustellen, dass mindestens eine Variante des Zugangs zum webbasierten Zahlungssystem kostenlos ermöglicht wird.

Die geförderte Ladeinfrastruktur muss darüber hinaus auch vertragsbasiertes Laden ermöglichen. Hierbei ist an der Ladeinfrastruktur mindestens der Zugang per RFID-Karte (Multi Standard, Mifare und vergleichbare Standards) und Smartphone-Apps zu ermöglichen. Darüber hinaus können zusätzliche Authentifizierungs- und Abrechnungsmöglichkeiten (z.B. ISO/IEC 15118, Power Line Communication) angeboten werden. Außerdem muss eine Roaming-Anbindung erfolgen.

Sofern ein Betreiber die Stromabgabe ohne Gegenleistung gewährt, müssen die Anforderungen für die Authentifizierung und das vertragsbasierte Laden nicht beachtet werden. Es ist jedoch auch hier für alle Kunden sicherzustellen, dass der Ladepunkt aufzufinden und der dynamische Belegungsstatus einzusehen ist.
Wird innerhalb der Mindestbetriebsdauer des Ladepunktes eine direkte Gegenleistung erhoben, müssen die technischen Anforderungen bzgl. vertragsbasiertem Laden, Authentifizierung und Roaming aus der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur und diesem dritten Förderaufruf erfüllt werden.

Wird innerhalb der Mindestbetriebsdauer des Ladepunktes eine direkte Gegenleistung erhoben, müssen die technischen Anforderungen bzgl. vertragsbasiertem Laden, Authentifizierung und Roaming aus der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur und dem 4. Förderaufruf erfüllt werden.

Welche technischen Voraussetzungen muss die Ladeinfrastruktur erfüllen?

Schnellladepunkte (s. Anhang 3, Abschnitt. VI. des 4. Förderaufrufs):

Für Ladepunkte ab einer Ladeleistung von einschließlich 150 Kilowatt ist ein Spannungsbereich von mindestens 200 Volt bis 920 Volt sicherzustellen. Die Nennladeleistung bemisst sich an einer Spannung von maximal 430 Volt bis zu einem maximalen Ladestrom von 500 Ampere. Darüber hinaus muss die Nennladeleistung auch bei 800 V Ladespannung zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich für ein 150 Kilowatt Ladesystem ein Mindest-Ladestrom von etwa 350 Ampere bei 430 Volt Ladespannung. Die Nennladeleistung muss sowohl für Fahrzeuge mit 400 Volt als auch mit 800 Volt-Batteriesystem zur Verfügung stehen. Mit dem 4. Förderaufruf sind nur Schnellladepunkte mit ≥ 50 kW Ladeleistung förderfähig.

Remotefähigkeit:
Ergänzend zu den Anforderungen aus der Förderrichtlinie kann für Ladeinfrastruktur mit mehreren Ladepunkten (z.B. auf Parkplätzen, in Parkhäusern) die Remotefähigkeit auch über ein übergreifendes System (z.B. in Kombination mit Energie‐ und Lastmanagementsystem) sichergestellt werden.

Netzanschluss:
Der Zuwendungsempfänger muss die geplante Errichtung der Ladeinfrastruktur beim Verteilnetzbetreiber anzeigen und am gewählten Standort dafür Sorge tragen, dass die Netzanschlussbedingungen des Netzbetreibers eingehalten werden.

Der Betrieb der Ladesäulen muss zu den im Förderantrag angegebenen Zeiten gewährleistet sein. Die Verantwortung hierfür liegt beim Ladesäulenbetreiber, der ebenfalls für die sachgemäße Wartung verantwortlich ist. Dabei sind sowohl die Richtlinien der Hersteller als auch die gesetzlichen Vorgaben zu beachten.

Ist eine Kennzeichnung der Parkplätze an geförderter Ladeinfrastruktur vorgeschrieben?

Die Parkplätze an geförderter Ladeinfrastruktur sind durch das Aufbringen eines weißen Sinnbildes (Darstellung eines Elektrofahrzeuges gemäß § 39 Abs. 10 StVO) mit weißer, durchgezogener Umrandung des Stellplatzes entsprechend der nachfolgenden Abbildung deutlich als solche zu kennzeichnen.

Kennzeichnung Ladesäule Sinnbild und Flächenumrandung in weiß

Kennzeichnung Ladesäule Beispielbild für Stellplatzmarkierung (Umrandung fehlt)

Nur in begründeten Einzelfällen kann auf Antrag davon abgewichen werden.

Bei Stellplätzen an geförderter Ladeinfrastruktur im nicht-öffentlichen Straßenraum wird weiterhin empfohlen, Sinnbild und Umrandung in weiß auf grünem Grund (RAL 6018) darzustellen.

An den Ladestationen selber muss das Logo des Fördermittelgebers gut sichtbar angebracht sein. Der mit diesem Bescheid übersandte Aufkleber ist dafür zu verwenden.

Siehe dazu auch Anhang 3, Abschnitt II. des 4. Förderaufrufs.

Gibt es Vorgaben zum Steckerstandard?

Die Vorgaben zu den Steckerstandards für Normallade- und Schnellladepunkte ergeben sich aus §3 Abs. 1 bis 3 der LSV.

Beim Aufbau von Normalladepunkten, an denen das Wechselstromladen möglich ist, muss aus
Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Steckdosen oder mit Steckdosen und
Fahrzeugkupplungen jeweils des Typs 2 gemäß der Norm DIN EN 62196-2 (Ausgabe Dezember 2014)
ausgerüstet werden.

Beim Aufbau von Schnellladepunkten, an denen das Wechselstromladen möglich ist, muss aus
Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Kupplungen des Typ 2 gemäß der
Norm DIN EN 62196-2, Ausgabe Dezember 2014, ausgerüstet werden.

Beim Aufbau von Normal- und Schnellladepunkten, an denen das Gleichstromladen möglich ist, muss
aus Gründen der Interoperabilität jeder Ladepunkt mindestens mit Kupplungen des Typs Combo 2
gemäß der Norm DIN EN 62196-3 (Ausgabe Juli 2012) ausgerüstet werden.

Gibt es eine Mindestbetriebsdauer der Ladeinfrastruktur?

seBetreiber verpflichten sich zu einer Mindestbetriebsdauer sechs 6 Jahren. Der Nachweis hierzu erfolgt über die Registrierung der In- und Außerbetriebnahme der Ladeinfrastruktur bei der Bundesnetzagentur.

Wie müssen die Ausgaben belegt werden?

Sämtliche Ausgaben müssen im Verwendungsnachweis mit Rechnungen und Zahlungsnachweisen nachgewiesen werden, andernfalls können sie nicht anerkannt werden. Alle Leistungen/Bestellungen müssen innerhalb des Bewilligungszeitraumes erfolgt sein. Dies gilt auch dann, wenn ein Antragsteller Material aus seinem eigenen Lagerbestand entnimmt.

Gelten für Modernisierungsmaßnamen andere Anforderungen?

Die Auflagen für Modernisierungsprojekte werden etwas erleichtert: Grünstrom sollte zum nächstmöglichen Zeitpunkt genutzt werden (Vertragswechsel wenn nötig); eine Parkplatzmarkierung ist nicht notwendig. 

Wie erfülle ich meine Berichtspflicht?

Die Berichtspflicht umfasst die Meldung der Inbetriebnahme aller geförderten Ladestationen sowie die Übermittlung von Halbjahresberichten (jeweils zum 01.02. und 01.08.) während der sechsjährigen Mindestbetriebsdauer. Die Meldung der Inbetriebnahme sowie die Übermittlung der Halbjahresberichte erfolgt an die Nationale Organisation für Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH).

Dafür steht das Berichtssytem OBELIS zur Verfügung: http://obelis.now-gmbh.de/

Weitere Informationen zur Vorgehensweise bei der Berichterstattung entnehmen Sie bitte der folgenden Webseite: https://www.now-gmbh.de/de/bundesfoerderung-ladeinfrastruktur/foerderrichtlinie-foerderaufrufe

Welche allgemeinen Anforderungen gibt es an die Ladesäule?

  • RFID-Leser für vertragsbasiertes Laden mit Ladekarte
  • Möglichkeit zum Zahlen von punktuellen Ladevorgängen (ad-hoc-Laden)
  • Anbindung an ein IT-Backend via OCPP oder ähnlich für

    - Remotezugriff

    - Anzeige des dynamischen Zustands (frei/belegt/etc.) auf geeigneter Online-Plattform

    - Abrechnungs- und Monitoringfunktion

    - Roaming

  • Nachweis Eichrechtskonformität zur Abrechnung (Baumusterprüfbescheinigung)
  • Einhaltung deutscher/europäischer Gesetze/Normen
  • Einhaltung der jeweiligen Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers (TAB)
  • Einhaltung der LSV
  • DIN EN 61851-1 (Elektrische Ausrüstung von Elektro-Straßenfahrzeugen - Konduktive Ladesysteme für Elektrofahrzeuge, Teil 1: Allgemeine Anforderungen)
  • Beachtung äußerer Anforderungen (z.B. ggf. Eignung zur Außenaufstellung)
    - mechanische Einflüsse (Schlagfestigkeit Gehäuse, Vandalismus, Rammschutz, etc.)
    - Witterungseinflüsse (Schutzart, UV-Beständigkeit, Korrosionsbeständigkeit, etc.)

Welche Anforderungen gibt es bei Ladepunkten mit Wechselstrom (AC) bis 22kW ?

• Steckdose Typ 2 oder Steckdose und Kupplung Typ 2 pro Ladepunkt (DIN EN 62196-2)
• nicht ausschließlich angeschlagenes Kabel Typ 2
• Nachrüstfähigkeit zum eichrechtskonformen Laden (falls nicht eichrechtskonform)

Welche Anforderungen gibt es bei Ladepunkte mit Gleichstrom (DC) ?

(• DIN EN 61851-23 (Konduktive Ladesysteme für Elektrofahrzeuge - Teil 23: Gleichstromversorgungseinrichtungen für Elektrofahrzeuge)
• Kupplung Typ Combo 2 pro Ladepunkt (DIN EN 62196-3)
• kein Parallelbetrieb von Typ Combo 2- und CHAdeMO-Kupplungen pro Ladepunkt möglich
• ab Ladeleistung 150 kW (DC):
o Spannungsbereich von 200 V bis 920 V
o Nennladeleistung muss bei 430 V (bis max. 500 A) und 800 V zu Verfügung stehen
o Einsatz geeigneter Ladekabel zur Übertragung maximaler Ladeströme
• Nachrüstfähigkeit zum eichrechtskonformen Laden

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